Sie sind hier: Freizeit - Kultur - Franz Xaver Süßmayr

Franz Xaver Süßmayr
ein großer Sohn der Stadt

* 1766 Schwanenstadt (neben der Stadtpfarrkirche), † 17. 9. 1803 Wien.
1790/91 Schüler von A. Salieri und W. A. Mozart. 
Ab 1792 Kapellmeister des Nationaltheaters in Wien. Er vervollständigte Mozarts „Requiem” und schrieb die Secco-Rezitative zu dessen letzter Oper „La clemenza di Tito”.

Sein eigenes musikalisches Schaffen blieb selbst den meisten Musikwissenschaftlern und Mozartforschern weitgehend unbekannt. Dabei war Süßmayr einer der erfolgreichsten Komponisten des Wiener Singspiels und ein seinerzeit durchaus geachteter Opernkomponist. Auch sein kirchenmusikalisches Schaffen ist beträchtlich.

Werke: ca. 30 Bühnenwerke, u. a.: Der Spiegel von Arkadien, 1794; Soliman der Zweite, 1799

Franz Xaver Süßmayr ist vielen Musikfreunden heute nur noch als Schüler Wolfgang Amadeus Mozarts und als kongenialer Bearbeiter und Vollender dessen Requiems ein Begriff, wohingegen das beträchtliche eigene Œuvre heute vergessen ist. Das „Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag" aus dem Jahr 1796 würdigte ihn wie folgt:

Süßmayer, zweiter Direktor beim Hoftheater. Er hat sich seit kurzem durch mehrere deutsche Opern bekannt und beliebt gemacht. Seine Oper, Moyses, ist in einem schön erhabenen Styl geschrieben, und vielleicht gerade aus diesem Grunde für das Wiener Theater nicht ganz zweckmäßig. - Unendlich viel mehr Glück hat sein Spiegel von Arkadien daselbst gemacht. Außer manchen sehr gut gefundenen Stücken, hat er auch mehrere triviale und bekannte Stücke so an seinem gehörigen Orte anzubringen gewußt, daß das Ganze keine geringe Sensazion verursachte. Noch dient ihm zu nicht geringer Empfehlung, daß er ein Schüler Mozarts ist, und von selbigem sehr geschätzt war. Auch hat er an einige unvollendete Werke dieses großen Genies die letzte Hand gelegt.

1766 im oberösterreichischen Schwanenstadt als Sohn des Mesners, Chorregenden und Schulmeisters Franz Karl Sießmayr geboren, wurde er zunächst von seinem Vater in Gesang, im Violin- und Orgelspiel unterwiesen und kam 1779 in das Konvikt nach Kremsmünster, wo er bis 1784 das Stiftsgymnasium und danach bis 1787 die dortige Ritterakademie besuchte, an der er Philosophie und Jura hörte.

In den Musikaufführungen des Stiftes wirkte er als Sänger, Geiger und Organist mit und trat ab 1785 auch mit eigenen Kompositionen hervor.

Von 1788 an lebte Süßmayr in Wien als Privatlehrer und wurde vermutlich von 1790 an Schüler und Kopist von Wolfgang Amadeus Mozart.

1792 trat er mit erfolgreichen Bühnenwerken an die Öffentlichkeit und wurde 1794 zum Kapellmeister der deutschen Oper im k.k. Nationaltheater in Wien ernannt.

Am 17. September 1803 starb er an Lungentuberkulose.